AWS baut Angebote aus und bietet Chancen für IT-Dienstleister

Die Botschaft ist einfach: Deutsche Unternehmen sollen sich „schweren Bürde ihrer bestehenden IT-Infrastrukturen und monolithischen Entwicklungsprojekte“ entledigen, stattdessen auf AWS und ihre Partner setzen und so agiler, kundenzentrierter, wettbewerbsfähiger und kostengünstiger arbeiten als jemals zu vor.

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Andrea van Baal

Montag, 22. Mai 2017

Wie das bereits heute funktioniert zeigten AWS und rund 70 Aussteller am 18. Mai in Berlin vor hochinteressiertem Publikum. Mit gut 3.600 Besuchern war der deutsche AWS Summit 2017 die bislang erfolgreichste Veranstaltung des Anbieters, zumal für IT-Dienstleister und Entwickler viel Greifbares geboten war:

„Hier werden im Grunde alle Themen gespielt, die Kunden umtreiben oder demnächst beschäftigen werden. Das reicht von APIs zum IoT über Data Analytics, Datenbankmigration; von Prozessautomatisierung bis Machine Learning, von Datenbankmigration bis Sprachsteuerung“, konstatierte ein Berliner Systemhauschef. „Managed Services sind ein Riesenthema für uns. In der Entwicklung sind deshalb auch Aspekte wie Serverless Architecture und AWS Lambda ziemlich spannend und natürlich die Container-Plattform und virtualisierten Workflows, denn damit können wir Micro Services für unsere Kunden bauen.“

Das zeigte auch ein Anwendervortrag von VW. Hier können die Dev-Teams inzwischen mit Lambda beliebigen Code hochladen und dann bei Bedarf mit Cloud-nativem Code weiterentwickeln. Wie etliche andere deutsche Unternehmen (darunter auch Bayer, Beckhoff und Grohe) setzt VW bei seinen digitalen Transformationsbemühungen massiv auf die AWS Plattform – und hat dabei ähnliche Lernkurven durchlebt. So habe sich gezeigt, dass es wenig zielführend sei, Cloud-Spezialisten isoliert arbeiten zu lassen (Stichwort: IT der zwei Geschwindigkeiten). Nach einigen Fehlschlägen und beharrlicher Überzeugungsarbeit auf Entscheider-Ebene sei „der Tanker VW“ nun jedoch bereit, in jedes Projekt „gleich von Anfang an auf Cloud-Denke und -Design abzustellen“.

AWS jedenfalls stellt sich auf steigende Akzeptanz und Nachfrage ein. In Berlin kündigte das Unternehmen die Inbetriebnahme seiner dritten AZ (Availability Zone = Verbund mehrerer redundant ausgelegter Rechenzentren) im Raum Frankfurt an. Allerdings dürfte es den meisten Unternehmenskunden schwerfallen, aus den mittlerweile 19 verschiedenen Service-Segmenten und ihren granularen Einzeldiensten in unterschiedlichen Leistungsklassen die individuell optimale Infrastruktur zu ermitteln. Ein Konsens der Berliner Veranstaltung: Für kundige Systemhäuser und IT-Dienstleister bietet das wachsende AWS-Angebot beste Möglichkeiten, sich bei Kunden als Cloud-Profi und (Entwicklungs-) Partner für den digitalen Wandel zu positionieren.

Bildquelle(n): Amazon Web Services /