Dell entlässt, Lenovo kauft zu

Über wahre Horrorszenarien bei Dell berichtet der Schweizer Branchendienst inside-channels.ch: Ein „Blutbad“ werde angerichtet, zitiert inside-channels einen Dell-Insider. Sämtliche Meeting-Räume seien von HR belegt und Security organisiert. Kein schönes Bild des einstigen Vorzeigeunternehmens. Des Unternehmens, das Branchengrößen wie HP als Vorbild vorgehalten wurde mit der Vorgabe, ins ach so erfolgreiche Direktgeschäft einzusteigen. Wie sich die Zeiten ändern.

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Andreas Raum

Dienstag, 04. Feb. 2014

Inzwischen verkauft Dell indirekt, und HP hat sich auch wieder seinen Partner zugewandt. Apple dominiert den IT-Markt, Samsung ist plötzlich ganz vorne (wegen der Telefone) und die klassischen Anbieter schwächeln. Bis auf einen: Lenovo. „Wir verkaufen Tablets und so Sachen und wir kaufen Unternehmen“, hat ein gut gelaunter Robert Pasquier, Executive Director und Head of SMB, kürzlich auf die (im Scherz gestellte) Frage eines Systemhauses erwidert, wer denn diese „L E N O V O?“ sei. Den angemessenen Rahmen bildete die alljährliche Gala der Channelpartner.

Pasquier hat gut Lachen; denn Lenovo hat zwei Gänge heruntergeschaltet und das Gaspedal voll durchgetreten: Nach dem Standard-Server-Geschäft der IBM hat der Hersteller auch die Smartphone-Abteilung von Google übernommen. In zwei weniger starken Geschäftsfeldern hat Lenovo damit deutlich zum Mitbewerb aufgeschlossen. Geld genug ist da, so schön kann der IT-Markt sein.

Die Dell-Mitarbeiter – vor allem das Gros der Neueinstellungen in Deutschland, viele davon noch in der Probezeit  – wird das kaum trösten. Denn das Wachstum bei Lenovo kommt mit einem ganzen Schwung neuer Kollegen von den zugekauften Abteilungen. Allein von der IBM sollen weltweit 7.500 Mitarbeiter kommen.

Fragt sich, was genau mit dem merkwürdig vermischten Bild unserer Branche nicht stimmt.