Die Zukunft der PC-Hersteller

PCs werden wichtig wie nie, möchte man meinen, denkt man über die Zukunft der Computerei nach. Liest man die aktuellen Marktzahlen schleichen sich Zweifel ins Bild. Überlegen wir also, was wirklich der Fall ist.

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Andreas Raum

Dienstag, 22. März 2016

„Welche PC-Hersteller sind Deiner Meinung nach gut aufgestellt?“ hat mich neulich im Channelcast CC0050 – Der Jubicast mein ex-Channelcast-Kollege und Channelcast-Mitbegründer Damian Sicking gefragt. Anfang der Jahres habe ich schon einmal zu einer Antwort angesetzt. Den Ansatz möchte ich jetzt wieder aufgreifen und aus aktuellem Anlass (Dell verkauft sein Servicegeschäft und so wird gemunkelt auch seine Software- und Security-Sparten, um sich die Übernahme von EMC leisten zu können) einige Überlegungen hinzufügen.

These: Der PC wird immer wichtiger

Je mehr sich der IT-Betrieb von den Unternehmen in Rechenzentren verschiebt, desto wichtiger wird die Ausstattung der Arbeitsplätze mit den richtigen Geräten. Das gilt vor allem in Zeiten, in denen sich „Arbeit“ deutlich verändert. Das wiederum hängt mit der fortschreitenden Digitalisierung zusammen. Die Arbeitsplatzgeräte sind in der Regel PCs in den unterschiedlichsten Ausprägungen:

Klassisch Desktops oder Tower.

Seit einiger Zeit immer mehr Notebooks. Interessant ist, dass ausgerechnet Apple hier im vergangenen Jahr Boden gutgemacht hat, während alle anderen an Volumen verlieren.

Bald – sobald nämlich die Performance stimmt – weil flexibler, 2-in-1-Geräte. Hier hat Microsoft mit dem Surface viel für die Akzeptanz der Kategorie geleistet. Die übrigen Hersteller ziehen inzwischen nach. Der Performance-Unterschied zum Notebook nimmt stetig ab.

In Zukunft, weil sie eh jeder immer in der Tasche trägt, Smartphones per Dock verbunden mit der Arbeitsplatzperipherie, Bildschirm (oder demnächst zwei Bildschirme, was angesichts fallender Preise und steigender Anwendungsdichte auf dem Desktop für die Masse der Arbeitsplätze mehr als sinnvoll ist. Als erster Hersteller proklamiert übrigens Acer „Zwei Monitore gehören auf jeden Schreibtisch“). Erste Geräte haben Acer, HP Inc. und Microsoft gezeigt. Acer spricht vom PC-Phone als neuer Kategorie. Das bringt es gut auf den Punkt.

Neben klassischen Features wie CPU, Speicher etc. sind Kriterien wie schickes Design, intelligente Mechanik (vor allem bei 2-in-1-Geräten), intuitive Bedienkonzepte und Benutzeroberflächen (etwa bei Smartphones) immer wichtiger.

Erster Versuch einer Antwort:

Wer die Anforderungen der Anwender sehr gut kennt und für diese die richtigen Geräte entwickelt, ist klar im Vorteil. Ein breites Portfolio vom Smartphone bis zum High-End-PCs am besten kombiniert mit Peripherie (Monitore, Drucker oder beides) ist definitiv hilfreich. Aber es geht weniger um Specs und Features als viel mehr um Anwendungsszenarien und konkrete innovative Lösungen für den sich wandelnden Arbeitsalltag. Und nicht zuletzt wird der erfolgreich sein, der es schafft, eine große, funktionierende Partnerlandschaft zu betreiben, denen das Geschäft mit PCs auch finanziell Spaß bereitet.

Dass die Basics stimmen müssen – kritisches Volumen, Supplychain, Produkt- und Servicequalität – versteht sich von selbst.